Museum am Schölerberg zeigt neue Sonderausstellung
30.07.2026. Das Museum am Schölerberg präsentiert ab Samstag, 1. August, die Wanderausstellung „Deutschlands Bodenschätze“. Sie rückt die Vielfalt an Stoffen, die uns im Alltag umgibt, in den Fokus, präsentiert den Istzustand der deutschen Rohstoffgewinnung, gibt Einblicke in die Bergbaugeschichte und zeigt mögliche Perspektiven für die zukünftige Förderung von Bodenschätzen auf.
Bodenschätze als Grundlage des modernen Lebens
Die Menschheitsgeschichte wird schon immer von Bodenschätzen geprägt. Ob Natursteine, Ton, Kupfer, Salz, Kohle, Erdöl oder Sand – sie bilden eine wichtige Grundlade unserer modernen Wirtschafts- und Lebensweise. Heutige Alltagsgegenstände, wie zum Beispiel das Smartphone, bestehen aus mehr als 60 verschiedenen Rohstoffen, die aus dem Boden gewonnen werden. Wie sehr wir von Rohstoffen und Rohstoffimporten abhängig sind, wurde vielen Menschen durch den Angriffskrieg auf die Ukraine wieder deutlich.
Rohstoffe im Fokus
Die Wanderausstellung „Deutschlands Bodenschätze“ vermittelt nicht nur, wo Rohstoffe vorkommen und abgebaut werden, sondern thematisiert auch ihre Rolle im alltäglichen Leben, zeigt aktuelle Forschungsfelder auf und verdeutlicht, welche Rolle sie in der Wirtschaft spielen. „Mit der Ausstellung möchten wir das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Rohstoffen im alltäglichen Umgang schärfen und zeigen, dass viele Bodenschätze endlich sind und daher der nachhaltige Umgang mit ihnen für die Zukunft essenziell sein wird“, sagt Museumsdirektor Norbert Niedernostheide. „Es ist wichtig zu verstehen, dass Rohstoffe kein abstraktes Thema sind, sondern immer auch einen direkten Bezug zur eigenen Region haben“, so Patricia Mersinger, Leiterin des Fachbereichs Kultur der Stadt Osnabrück. „Die Region Osnabrück hat eine hohe geologische Vielfalt und eine lange Geschichte im Bergbau, die die Entwicklung der Stadt bis heute prägt. Der Besuch der Ausstellung ist für die Osnabrückerinnen und Osnabrücker insbesondere vor diesem Hintergrund zu empfehlen“.
Die Ausstellung ist in vier Themenbereiche gegliedert, in denen die Rohstoffarten Steine und Erden, Industrieminerale, Metalle und Energierohstoffe vorgestellt werden. Der Fokus der Ausstellung liegt vor allem auf den Rohstoffen, die auch heute noch in Deutschland gewonnen werden. Darüber hinaus gibt es Rückblicke in die Vergangenheit, bei denen Steinkohle, Uran oder Silber thematisiert werden, als auch spannende Ausblicke in die Zukunft, zum Beispiel hinsichtlich Lithium, Zinn oder Manganknollen.
Nachhaltiger Umgang mit Rohstoffen
In Deutschland werden pro Einwohner jährlich etwa 12 Tonnen Rohstoffe verbraucht – das entspricht etwa 32,5 Kilogramm pro Tag. Gleichzeitig ist Deutschland auf eine sichere Rohstoffversorgung angewiesen. Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat sich Deutschland zu einer nachhaltigen Rohstoffversorgung verpflichtet. Die Ausstellung thematisiert auch große Fragen rund um Rohstoffe: Wie gehen wir mit ihnen um? Werden sie uns bald ausgehen? Und woher kommen die Rohstoffe, wenn sie nicht in Deutschland abgebaut werden?
Begleitprogramm
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Programm begleitet. In Vorträgen geht es zum Beispiel um die Suche nach geeigneten Endlagern, Rohstoffe aus der Tiefsee, um Moore oder um eine Zukunft ohne Wirtschaftswachstum. Bei verschiedenen Radtouren geht es auf die Spuren der Osnabrücker Bergbaugeschichte oder um Findlinge und ihre Verwendung im Raum Osnabrück. Für Kinder und Familien wie auch für Erwachsene gibt es Workshops, bei denen mit Materialien aus dem Boden gearbeitet wird. Außerdem wird in Kooperation mit TERRA.vita eine Exkursion in den Silbersee-Stollen angeboten und der geologische Kurator, Dr. Patrick Chellouche, bietet eine werksteinkundliche Führung durch die Innenstadt Osnabrücks an.
Vermittlungsangebote für Schulen
Für Schulklassen der Sekundarstufen I und II werden verschiedene Vermittlungsangebote mit geologischem oder ökologischem Schwerpunkt angeboten. Dank der Förderung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung sind 20 Veranstaltungen für Schulen kostenlos buchbar. Weiterführende Informationen dazu sind auf der Website unter museum-am-schoelerberg.de zu finden.
Kooperation mit dem Bodenbündnis Europa
Die Ausstellung, die vom Carl Bosch Museum Heidelberg konzipiert wurde, wird in Kooperation mit dem Bodenbündnis Europa präsentiert, das sich für die Bildung von Bodenbewusstsein für effektiven Bodenschutz auf europäischer Ebene einsetzt. „Uns ist es ein Anliegen zu verdeutlichen, welches Ausmaß von Eingriffen in den Boden der Abbau von Sand, Kies, Gips und anderen Rohstoffen in Deutschland einnimmt“, so Detlef Gerdts, stellvertretender Vorsitzender des Bodenbündnis Europa.
Förderer Die Sonderausstellung „Deutschlands Bodenschätze“ wird von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und von der Haarmann Stiftung Natur und Umwelt gefördert.

