Die „tropischen Nächte“ in diesem Sommer machen es uns leicht, uns in die Zeit vor 300 Millionen Jahren zurückzuversetzen, als Osnabrück noch nahe am Äquator lag. Wir reisen zurück ins Karbon, dem Erdzeitalter der großen Wälder. Dichte Regen- und Sumpfwälder mit völlig anderen Tieren und Pflanzen als heute bedeckten weite Teile der Kontinente. Sie bildeten die Grundlage für die Entstehung von Kohle, die auch in der Osnabrücker Region im 19. Jahrhundert am Piesberg gefördert wurde. Mit der Kohle kamen auch viele Fossilien und damit faszinierende Belege längst vergangener Zeiten ans Tageslicht. Mit den teilweise weltweit einmaligen Fossilienfunden konnte so in der neuen Dauerausstellung die Wald- und Sumpflandschaft mit den typischen Pflanzen und Tieren so authentisch wie möglich gestaltet und nachgebildet werden:
Meterhohe exotisch aussehende Bäume, Riesenlibellen, Riesentausendfüßer und anderer Urzeittiere und mittendrin die Sigillaria, eine versteinerte Siegelbaumwurzel und fossiles Aushängeschild des Museums bilden das Herzstück der Ausstellung. Lebensechte Kulissen und mehrere Augmented Reality Stationen steigern das Erlebnis, mitten im Sumpfwald vor 300 Millionen Jahren zu stehen.
Allerdings mit dem Vorteil, dass es angenehm kühl und trocken ist, denn das Museum von heute ist klimatisiert. Einen Ausblick auf das heutige Klima und die Klimafolgen schließt sich in der Ausstellung an dieses Diaorama an. Besucherinnen und Besucher können sich aktiv mit den Fragen auseinandersetzen, was nach der Kohle kommt, wie der Wechsel vom Zeitalter des Karbons hin zur Decarbonisierung gelingen kann und welche Bausteine für eine zukunftsfähige Energiewende nötig sind.
Guide: Andrea Hein
Die Anmeldung ist über www.beianrufkultur.de oder telefonisch unter 040 209 404 36 möglich. Die Teilnahme ist kostenlos. Nach Erhalt der Zugangsdaten wählen sich die Teilnehmenden am Veranstaltungstag bequem von zu Hause ein.
Bei Anruf Kultur
„Bei Anruf Kultur“ macht bundesweit über 125 Kulturorte für diejenigen erlebbar, die sie nicht besuchen oder visuell erleben können. Als kostenlose Führungen, die über das Telefon vermittelt werden – direkt und live aus dem Museum, der Gedenkstätte, dem Denkmal und mehr.
Noch bis Herbst 2026 wird „Bei Anruf Kultur“ durch die Aktion Mensch, die Behörde für Kultur und Medien Hamburg und die DFB-Kulturstiftung gefördert.
Trotz dieser Förderung besteht aktuell eine Finanzierungslücke, die die Fortführung von „Bei Anruf Kultur“ gefährdet. Um das Angebot auch über den Förderzeitraum hinaus zu sichern, ist es auf zusätzliche finanzielle Mittel und neue Förderpartnerschaften angewiesen.
Weitere Informationen, Termine und aktuelle Pressemitteilungen finden sich auf www.beianrufkultur.de .
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